Okt
02
2016
Geschrieben von Roland Kelber

      

„Ein feste Burg ist unser Gott“

So hat es Martin Luther 1521 auf der Wartburg erlebt, die auf dem Titelbild des Gemeindebriefs zu sehen ist.

Auf diese Burg im Thüringer Wald bei Eisenach war Luther zu seinem eigenen Schutz von Kurfürst Friedrich dem Weisen entführt worden. Dort verbrachte er ein knappes Jahr unter dem Decknamen „Junker Jörg“ und übersetzte mit einem Team die Bibel in die deutsche Sprache. Der damals 38jährige hatte zuvor mit seinen Thesen den Zorn des  Kaisers und des Papstes erregt und musste so um sein Leben fürchten.

Luther hatte also sehr berechtigte Ängste und Sorgen.

Die Erfahrung, dass Gott ihn in all diesen Bedrohungen beschützt hat, ist sicher in dieses Lied eingeflossen. Wie schon die Psalmbeter der Bibel konnte er so sein Vertrauen in Gott als seine „feste Burg“ ausdrücken.

Ängste z.B. vor einer Pestepidemie oder vor einer Bedrohung durch die Türken bewegten zur Zeit Luthers viele Menschen.

Auch heute haben in unserem Land viele Menschen Sorgen und Ängste, obwohl wir in einem der sichersten und wohlhabendsten Länder der Welt leben. Manche Ängste sind berechtigt, andere eher irrational oder durch die Medienberichte übertrieben.

Angst, dass unser Wohlstand abnehmen könnte, Angst vor Fremden, Angst, in der Leistungsgesellschaft nicht mehr mithalten zu können.

Wie steht es angesichts meiner persönlichen Ängste mit meinem Vertrauen zu Gott, als meiner festen Burg ?

Könnte ich wie Luther singen: „Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: Lass fahren dahin, sie haben´s kein Gewinn, das Reich muss uns doch bleiben.“ ?

Eine steile Aussage dieser Vers und Herausforderung für unseren Glauben. Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich wie Luther mit ihren Ängsten zu Gott flüchten können als Ihre feste Burg.


Ihr Pfarrer Roland Kelber