Okt
04
2015
Geschrieben von Roland Kelber

 

 

Liebe Leserin, lieber Leser,           

 

„Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten das Böse nicht auch annehmen ?“

 

Das Gute empfangen wir gern – 25 Jahre deutsche Einheit – 70 Jahre Frieden.

Auch Hiob lebte in einem großen Wohlstand.

Er war reich und freute sich an seiner Familie, die ihm Gott geschenkt hatte. Er nahm es dankbar aus Gottes Hand.

Das ist nicht selbstverständlich, dass Menschen das Gute bewußt als Gabe Gottes ansehen.

 

Noch viel bemerkenswerter aber ist, dass Hiob auch das Leid, das er dann erfahren mußte, Verlust seines Reichtums, Verlust der Kinder, Verlust seiner Gesundheit, bewußt aus Gottes Hand angenommen hat.

Es war aber für Hiob nicht so einfach, wie es hier in seiner Frage gegenüber seiner Frau klingt, die ihm nahelegte, seinen Glauben an Gott aufzugeben.  Er mußte in seiner Leidenszeit durch schwere innere Kämpfe hindurch und klagte Gott sein Unverständnis.

Das Böse auch annehmen ?

Die Schattenseiten des Lebens, die auch zum Leben in dieser noch nicht perfekten Welt gehören,  auch aus Gottes Hand annehmen ?

Im November werden wir mehr als sonst im Jahr  an diese Schattenseiten erinnert: Volkstrauertag, Buß-und Bettag, Totensonntag.

Die Gottesdienste an diesen Tagen wollen eine Hilfe sein, das Böse, Schuld, Trauer, Tod nicht zu verdrängen, sondern es bewußt vor Gott zu bringen, es auf ihn zu beziehen.

Wollen wir füreinander und miteinander darum beten, dass Gott selber unseren Glauben auch durch schwere Zeiten hindurch bewahrt, und wir wie Hiob an Gott festhalten können.

 

Ihr Pfarrer Roland Kelber