Feb
11
2015
Geschrieben von Roland Kelber

 

Christus hat uns angenommen.

Das  wird besonders deutlich am Kreuz.

Noch am Kreuz betet er für diejenigen, die ihn dorthin gebracht haben: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“

So nimmt Christus uns an, jeden von uns mit all unserer Unzulänglichkeit, mit allen Schwächen, mit aller Schuld. Was für eine wohltuende Erfahrung, erst einmal angenommen zu sein, egal ob ich einen Fehler gemacht habe oder nicht, ob ich mich liebenswert verhalten habe oder nicht.

Gerade heute, wo besonders in der Öffentlichkeit jeder kleine Fehler mit einem „shitstorm“ im internet bestraft wird.

Christus erträgt es auch, als er selbst in den Fokus eines solchen „shitstorms“ von Lästerungen, Verleumdungen und Anfeindungen gerät. Er beugt sich auf der Darstellung der Kreuzigung auf unserem Titelbild zu den Menschen unter dem Kreuz herab, um sie anzunehmen.

Angenommen sein.

Angenommen zu sein von Christus, das ist der Ausgangpunkt für unser Lebens als Nachfolger Jesu, als Christen.

Wer diese wunderbare Erfahrung gemacht hat, der bekommt die Kraft, die Liebe, die Barmherzigkeit, jetzt auch selber andere Menschen anzunehmen mit all ihren Schwächen und Eigenarten.

Paulus fordert in der Jahreslosung 2015 die Christen in der Gemeinde in Rom auf, sich gegenseitig anzunehmen: die Heidenchristen und die Judenchristen, die Starken und die Schwachen.

Was innerhalb der Kirchengemeinde anfängt, das geht dann aber sicher noch weit darüber hinaus. So wie Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren, so sollen wir als Christen auch die Menschen annehmen, die noch nicht Christen sind. So sind wir glaubwürdige Zeugen unseres Herrn Jesus Christus. So werden wir ein Hinweis auf Christus sein. So wird unser Leben zu Gottes Lob dienen.


Pfarrer Roland Kelber